Holetschek ruft zum Start der Herbstferien zu Corona-Vorsicht

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat zum Beginn der Herbstferien zu besonderer Vorsicht zum Schutz vor Corona-Infektionen aufgerufen. Holetschek betonte am Sonntag: „Die Zahlen steigen leider viel zu schnell. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt in Bayern inzwischen über 230, bei den Hospitalisierungen liegt die Inzidenz bei rund 3,7. Übersetzt heißt das, dass innerhalb von sieben Tagen mehr als 480 Menschen mit einer Corona-Infektion neu in Krankenhäusern aufgenommen wurden.“

Der Minister fügte hinzu: „Der Trend der Infektionszahlen zeigt steil nach oben. Dass nun die epidemische Lage nationaler Tragweite bundesweit auslaufen soll, halte ich daher für falsch und passt nicht zum teils dramatischen Infektionsgeschehen. Nach dem Motto „Augen zu und durch“ zu handeln, ist keine Lösung! Wir dürfen uns nicht in falscher Sicherheit wiegen. Klar ist: Wir sind meilenweit von einem sogenannten Freedom Day entfernt. Zurückhaltung und Besonnenheit sind weiter das Gebot der Stunde. Mit den Plänen der Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP steuern wir auf einen dunklen Herbst zu.“

Der Minister erklärte: „Bayern fährt weiterhin den Kurs der Vorsicht und verliert sich, anders als die Ampel-Parteien, nicht im Nebel des Koalitionsgetöses. Wir werden für Corona-Hotspots, in denen sich die Lage in den Krankenhäusern zuspitzt, am Mittwoch im Kabinett weitere Maßnahmen diskutieren. Wir werden auch über eine bayernweite Maskenpflicht im Unterricht sprechen. Grundsätzlich müssen wir in den kommenden Wochen vor allem Schulen und Krankenhäusern die allergrößte Aufmerksamkeit widmen. Dazu sind wir etwa mit den Landkreisen und Krankenhäusern im regelmäßigen Austausch. Wichtig ist vor allem, dass wir auch auf regionale Entwicklungen reagieren können.“

Holetschek bekräftigte: „Wieder sind die Pflegekräfte und Ärzte stark gefordert. Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass sich etliche Pflegekräfte von der starken Belastung der vorigen Wellen noch nicht erholt haben. Einige überlegen sogar, ihren Beruf aufzugeben oder haben dies bereits getan. Klar ist: Wir müssen die Menschen, die täglich Schwerstkranke behandeln, dringend unterstützen. Ich fordere den Bund auf, hier endlich zu handeln! Und wir müssen auch die Krankenhäuser besser unterstützen: Wir brauchen Ausgleichszahlungen für jene Kliniken, die wegen der Versorgung von COVID-19-Patienten erhebliche Belegungs- und damit Erlösrückgänge zu verzeichnen haben. Die Sonderregelungen für den Erlösausgleich sowie Abschlagszahlungen zur Liquiditätssicherung der Krankenhäuser müssen fortgeführt werden. Das muss der Bund jetzt schnell und unbürokratisch regeln! “

Konkret gelten auch in den Herbstferien für öffentliche Orte und Veranstaltungen je nach Vorgabe 3G-, 3G-Plus- und 2G-Regeln sowie AHA-Regeln und Maskengebot. Schülerinnen und Schüler, die normalerweise wöchentlich in der Schule getestet werden, können sich auch in den Ferien mit ihrem Schülerausweis ausweisen und müssen nur in Ausnahmefällen – etwa bei Besuchen in Alten- und Pflegeheimen – einen aktuellen Test vorlegen.

Eine Übersicht, für wen Corona-Tests weiterhin kostenfrei sind, findet sich hier: https://www.stmgp.bayern.de/images/2021/10/2021-10-15_uebersicht-kostenlose-tests.pdf

Zahlreiche hilfreiche Fragen und Antworten zu den aktuellen Corona-Regelungen finden Sie hier: https://www.stmgp.bayern.de/coronavirus/haeufig-gestellte-fragen/

Holetschek verwies darauf, dass die Corona-Lage vor allem unter den noch nicht geimpften Bürgerinnen und Bürgern dramatisch zunimmt. Der Minister sagte: „Die 7-Tage-Inzidenz der Geimpften beträgt in Bayern aktuell 50,9. Bei den Ungeimpften ist der Wert mit 451,5 neunmal so hoch. Vor einer Woche lag er noch bei knapp 300. Und auf den Intensivstationen ringen vor allem die Ungeimpften um ihr Leben. Das muss ein Weckruf sein! Wenn wir diese Pandemie gemeinsam beenden wollen, dann sind jetzt die Ungeimpften besonders gefordert: Ärmel hoch und impfen!“

Der Minister ergänzte: „In Punkto Vorsorge sollte eine Corona-Impfung für jeden eine Selbstverständlichkeit sein. Das gilt für Erstimpfungen, aber auch für alle, die Anspruch auf eine Auffrischungsimpfung haben. Wir prüfen überdies, Auffrischungsimpfungen für alle im Rahmen der gesundheitlichen Vorsorge anzubieten.“

Mit Stand 29. Oktober sind in Bayern 66,3 Prozent der Menschen mindestens einmal gegen das Corona-Virus geimpft (8.714.884 Erstimpfungen). 64,5 Prozent haben den vollen Immunschutz (8.471.141 Zweitimpfungen). 281.982 Bürgerinnen und Bürger haben eine Auffrischungsimpfung erhalten.