Norwegenreise mit der Vasco da Gama

Norwegenreise

Unsere Reise begann mit einer ruhigen Ausfahrt aus Bremerhaven und einem entspannten Seetag. Das Bordleben bot die ideale Einstimmung: weite Blicke aufs Meer, gutes Essen und die Vorfreude auf Norwegen. Schon beim ersten Stopp in Bergen zeigte sich bei genialem Wetter ein toller Auftakt. Bryggen mit seinen schiefen Holzhäusern, die geschäftige Innenstadt und die Fahrt auf den Fløyen boten eine Mischung aus Tradition und Moderne. Die Stadt wirkte lebhaft und zugleich entspannt – ein idealer erster Eindruck des Landes.

Der nächste Hafen war Geiranger – ein Name, der sofort Bilder von gewaltigen Felswänden und Wasserfällen hervorruft. Der Fjord präsentierte sich genau so: mächtig, ruhig und gleichzeitig voller Energie. Die Ausfahrt mit dem Tenderboot verlief ebenso ruhig, und die anschließende Fahrt über die Panoramastraße zeigte ein Norwegen, das still und weit wirkte. Ausblicke auf Bergseen, Gletscherreste und Täler machten diesen Tag zu einem der eindrucksvollsten der Reise. Trotz vieler Besucher blieb der Zauber des Ortes vollständig erhalten.

Kristiansund – Vier Inseln, eine Stadt

Man könnte meinen, die Stadt liege direkt im Meer. Bekannt für ihren Exportartikel „Klippfisch“, bietet Kristiansund ein besonderes Hafenareal. Umringt von vier Inseln, die mit Brücken verbunden sind, lagen wir mit der Vasco da Gama mittendrin. Die morgendliche Einfahrt war sehr malerisch, zunächst noch wolkenverhangen, doch bis zur Ausfahrt am Nachmittag hatte sich der Himmel aufgeklart.

Der Ausflug über Nicko Cruises führte uns zur bekannten Atlantikstraße, die einige Autohersteller bereits für Werbeaufnahmen nutzen. In herrlicher Lage direkt am Meer spürten wir ein besonderes Flair, bevor wir die Kvernes-Stabkirche erreichten. Örtliche Guides erklärten die Geschichte der kleinen, beschaulichen Kirche, idyllisch am Fjord gelegen.

In Kristiansund fährt kostenlos ein Sundboot von Insel zu Insel. Dieses beliebte Verkehrsmittel gehört zum Stadtbild und zur Geschichte der Stadt. Geschäfte sowie Fähranleger lagen schiffsnah. Der Hausberg „Varden“ ist mit einer angenehmen Wanderung zu erreichen und bietet einen tollen Blick über die Stadt.

Die Ausfahrt der Vasco da Gama konnten viele Gäste wieder auf dem geöffneten Bug erleben. Einheimische winkten von ihren Balkonen mit Flaggen zu uns herüber. Der Nachmittag war sonnig und entspannt – perfekt für ein Getränk oder ein Eis auf den Außendecks. Die große Eisauswahl an Bord ist bei den Gästen sehr beliebt.

Am Abend fanden sich viele Gäste zur Polarkreistaufe ein. Wann küsst man schon einmal einen Fisch?

Am nächsten frühen Morgen überfuhr die Vasco da Gama den Polarkreis – Neptun war gnädig. Die anschließende Polarkreisurkunde in der Kabine war eine schöne Überraschung.

Lofoten und Nordkap

Auf den Lofoten zeigten sich alle Postkartenmotive, die man mit Norwegen verbindet: steile Berge, tiefblaue Buchten, rote Fischerhütten und enge Küstenstraßen. Besonders Reine und Hamnøy beeindruckten mit ihrem Zusammenspiel aus Natur und dörflichem Leben. Die ständig wechselnde Lichtstimmung verlieh der Landschaft eine besondere Dramatik – ein Tag, an dem man die Kamera kaum aus der Hand legen mochte.

Honningsvåg wirkte wie ein farbenfroher Klecks in der weiten, fast mondähnlichen Landschaft. Die Fahrt zum Nordkap führte durch karges Land, über das der Wind ungehindert strich. Am Kap selbst bestimmten Wolken, Licht und Weite den Eindruck. Die Mischung aus Einsamkeit und Erhabenheit machte diesen Punkt zu einem besonderen Erlebnis, das lange nachwirkte.

Hammerfest – Rentiere im Garten

Die moderne Kirche von 1961 ragt weit hinaus und sollte mein erstes Ziel sein. Architekt Hans Magnus orientierte sich beim Entwurf an einem traditionellen Trockenfischgestell und spiegelte damit die lokale Kultur wider.

Die Stadt war noch ruhig, als ich ein Rentier vor der Kirche sah – kurz darauf noch ein weiteres. Sie liefen über die Straße und knabberten die Blätter der Bäume in den Vorgärten. Ein toller Moment – wahrscheinlich für Hammerfest nichts Ungewöhnliches.

Der Ausflug über die Reederei führte zu einem Samicamp. „Mikkel“ erzählte uns von der Tradition, als Sami zu leben. Es gab Verkostungen von Rentierfleisch und geräuchertem Lachs, bevor wir Rentiere und Jungtiere füttern konnten. Anschließend bot der Hausberg einen schönen Blick auf die Stadt und unser Schiff, während das Nebelhorn der Hurtigruten ertönte.

Mittags gab es ein kostenloses Orgelkonzert in der Kirche – es lohnte sich sehr, dafür noch einmal in die Stadt zu fahren. Auch das Innere der Kirche ist sehenswert.

Hammerfest hat ein besonderes Museum: das „Royal and Ancient Polar Bear Society“-Museum nahe der Touristinformation. Spannendes zur Tierwelt der Arktis und Geschichten über den Polarbären machen den Besuch lohnenswert. Die Mitgliedschaft in der Society ist ein besonderes Souvenir – nur vor Ort erhältlich.

Bevor es zurück aufs Schiff ging, machte ich noch einen Abstecher zum Struve-Meridianbogen, dem ersten technisch-wissenschaftlichen Objekt, das in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde.

Tromsø – Fjorde, Bergwelten und vier Pfoten

Wir befanden uns weiterhin in arktischen Gewässern. Im Winter gibt es hier Polarlichter, im Sommer nie endende Tage. Tromsø ist zudem eine lebhafte Stadt mit Cafés, Bars und einer Universität. Für die Einfahrt in den Sund öffnete der Kapitän erneut das Bugdeck. Stahlblauer Himmel und spiegelglatter Fjord begleiteten uns.

Um 10 Uhr wurde das Schiff zum Landgang freigegeben. Kurz darauf startete unser Reedereiausflug „Museum und Huskyzentrum“. Die Fahrt führte vorbei an der berühmten Eismeerkathedrale und entlang des Balz- und Ramfjords, bevor es ins Gebirge ging. Die Anfahrt ins Camp war traumhaft. Dort erwarteten uns bis zu 100 Alaska-Huskys. Besonders beliebt war das Areal mit den „Puppies“, den erst zwei Monate alten Jungtieren.

Zurück in Tromsø stand noch das Polaria Museum auf dem Programm: ein informativer Film über Spitzbergen, Bartrobben im Becken und Aquarien mit arktischen Fischen ermöglichten spannende Einblicke in die Tierwelt des Nordens.

Trondheim

Trondheim begrüßte uns mit moderner Leichtigkeit. Die Stadt, geprägt von Studentenleben und Geschichte, wirkte offen und lebendig. Der Nidarosdom, die alte Stadtbrücke und die bunten Lagerhäuser am Fluss verliehen dem Aufenthalt eine besondere Mischung aus Kultur und Entspannung.

Molde – Rosige Grüße vom Fjord

Eine Fähre fuhr am Kabinenfenster vorbei – wir hatten Molde erreicht und lagen backbordseitig zum Fjord. Nachdem die Fähre außer Sicht war, sahen wir die Gipfel der Sunnmøre-Alpen. Die Sonne schien, und wir verspürten Lust auf einen Landgang. Ohne gebuchten Ausflug schlenderten wir durch die Stadt und verweilten im Hafen. Empfehlenswert ist jedoch auch ein Ausflug zu den Marmorhöhlen von Bergtatt.

Sandnes – Abschlusshafen

Mit Regenjacke und Schirm machten wir uns auf den Weg ins kleine Städtchen Sandnes. Eine moderne Fußgängerzone, Einkaufszentren und eine Kirche aus rotem Backstein erwarteten uns. Ausflüge führten nach Stavanger, ins Luftfahrtzentrum oder zum Utstein Kloster. Wind und Regen wurden stärker.

Als die Vasco da Gama wieder Richtung Bremerhaven aufbrach, hatten wir viele Bilder im Kopf: majestätische Fjorde, lebendige Städte, stille Fischerdörfer und die weite arktische Landschaft. Die Reise zeigte Norwegen in seiner ganzen Vielfalt und hinterließ das Gefühl, viel gesehen zu haben – und doch gerne zurückzukehren.

Foto: IDa